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Hussein Chalayan

Bild: zucker-kommunikation.de

Hussein Chalayan gehört zu jenen Premium-Designern, die mit ihrer Arbeit den Grenzbereich zwischen Fashion und Kunst besetzen. Seine gern als metaphysisch beschriebenen Kollektionen präsentiert er regelmäßig zur Pariser Modewoche. Gleichzeitig sind seine Inszenierungen regelmäßig Gegenstand von Ausstellungen und Retrospektiven in hochrangigen Museen. „Radical Fashion“ – der Titel einer Werkschau im „Victoria & Albert Museum“ in London beschreibt seinen designerisch-künstlerischen Ansatz wohl am besten. Der Kunstanspruch Chalayans steht dabei einem Gespür für das kommerzielle Potential für Mode nicht entgegen – der Designer ist seit 2008 neben der Arbeit für sein eigenes Label auch als Kreativdirektor der Puma AG tätig.

Geboren wurde Hussein Chalayan 1970 in Nikosia (Zypern) als Sohn einer türkisch-zypriotischen Familie. 1978 migrierten die Chalayans nach London – ihre Einbürgerung in Großbritannien folgte nur wenig später. Hussein Chalayan erwarb zunächst ein Mode-Diplom der Warwickshire School of Arts, danach studierte er an der Londoner Designer-Schmiede Saint Martins College of Art und Design. Seine Abschlusskollektion „The Tangent Flowers“ („Die berührenden Blumen“) – besser bekannt unter dem Titel „Buried“ („Begraben“) – aus dem Jahre 1993 umriss gleichzeitig Aspekte seines künstlerischen Programms respektive der Performance-Dimension von Mode. Die Looks der Kollektion hatte er zuvor in seinem Garten „begraben“ und präsentierte so letztendlich eine „wiederauferstandene“ Kollektion. Eine Überraschung war der kommerzielle Erfolg seines Debüts – der Londoner Designer-Store Browns kaufte die gesamte Linie auf.

Kunstanspruch, Fashion-Glamour und ökonomisch schwere Zeiten

1994 gründete Hussein Chalayan in London sein eigenes Label. Einen tragfähigen finanziellen Background erhielt er 1995 durch den mit 28.000 Britischen Pfund dotierten London Fashion Award, den er in die Entwicklung seiner ersten Ready-to-wear-Kollektion für die London Fashion Week im Oktober des gleichen Jahres investierte. Auf dem Runway war zu diesem Debüt unter anderem die isländische Avantgarde-Sängerin Björk zu sehen, für deren Tour Chalayan zuvor einige bis heute legendäre Bühnen-Looks entworfen hatte.

Bis in die Mitte der 2000er Jahre bewegte sich die Karriere Hussein Chalayans zwischen künstlerischer und designerischer Anerkennung – unter anderem durch zwei Auszeichnungen als „Designer of the Year“ durch den British Fashion Council und für sein Unternehmen finanziell prekären Phasen. Nach dem Auslaufen einer Kooperation mit dem New Yorker Cashmere-Label TSE im Jahr 2001 befand sich die Marke „Hussein Chalayan“ sogar zeitweise in Liquidation. Eine Lösung kam durch die konsequente Restrukturierung seines Labels sowie Kollaborations-Angebote anderer Unternehmen, so des britischen High-Street-Labels Marks & Spencer, dem italienischen Textilhersteller Gibo sowie dem britischen Juwelier Asprey.

Marken-Konsolidierung und Support durch Puma

Seit dem Beginn der 200er Jahre nahm die Marke „Hussein Chalayan“ allmählich die Gestalt an, in der wir sie heute kennen. Seit 2002 gibt es eine Herren-Kollektion, die inzwischen exklusiv über den Online-Einzelhändler Yoox vertrieben wird, 2004 folgte die Zweitlinie „Chalayan“. Parallel dazu separierte Hussein Chalayan zumindest der Tendenz nach sein designerisches und künstlerisches Werk. Das Markenzeichen seiner kommerziellen Fashion-Kreationen ist inzwischen ein recht konsequent verfolgter und äußerst tragbarer Minimalismus, der seine Spannung unter anderem durch das designerische Experiment mit High-Tech-Materialien und kontrastierenden Texturen erhält.

Einen Höhepunkt der Designer-Laufbahn Hussein Chalayans markierte 2006 die Ernennung zum „Commander of the British Empire“ durch Queen Elizabeth II. Designerisch, künstlerisch und ökonomisch hatte er inzwischen seinen Weg gefunden. Seit 2008 kann er auch im Hinblick auf seine eigene Marke auf die kommerzielle Unterstützung Pumas zählen – der deutsche Sportswear-Hersteller hält seitdem einen Mehrheitsanteil an „Hussein Chalayan“.

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