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Hedi Slimane

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Seit dem Frühjahr 2012 machte der französische Designer, Fotograf und Künstler Hedi Slimane Schlagzeilen in Folge. Anfang März 2012 wurde bekannt, dass er nach einer fünfjährigen Auszeit vom Fashion-Business den Chefdesigner-Posten bei „Yves Saint Laurent“ übernimmt. Bald darauf machten Nachrichten die Runde, dass Slimane das Pariser Modehaus inklusive einer Namensänderung der Marke recht umfassend umgestalten werde. Um seine ersten beiden Kollektionen für „Saint Laurent Paris“ – so der neue Label-Name – inszenierte er einen regelrechten Hype, der sich umgehend in Verkaufserfolgen niederschlug. Designerisch ist er seinem hippen Avantgarde-Konzept auch in der neuen Position treu geblieben und ist derzeit dabei, seine puristische Schwarz-Weiß-Ästhetik auch in den „Saint Laurent Paris“-Stores zu etablieren.

Geboren wurde Hedi Slimane am 5. Juli 1968 als Sohn eines Tunesiers und einer Italienerin. Aufgewachsen ist er im Nordosten von Paris im 19. Arrondissement. Im Alter von elf Jahren entdeckte er die Fotografie für sich. Mit 16 begann er – vorerst ohne Ambitionen für eine Fashion-Karriere – seine Kleider selber zu entwerfen. Slimane studierte Kunstgeschichte und Politik an der Pariser École du Louvre und absolvierte parallel dazu eine Herrenschneider-Lehre. In Bezug auf seine Berufswahl war er zunächst unentschieden und nicht nur an Kunst oder Design, sondern auch an einer Journalisten- oder Reporterlaufbahn interessiert.

„Wunderkind der Herrenmode“ bei YSL und „Dior Homme“

Zwischen 1992 und 1995 sammelte Hedi Slimane Erfahrungen als Assistenz von Jean-Jaques Picart, der seinerzeit bei „Louis Vuitton“ ein Projekt zur 100-Jahrfeier des „Monogramm Canvas“ betreute. Slimane kam auf diese Weise in Kontakt zu den Stars der Branche – an der Projektgruppe wirkten unter anderem Vivienne Westwood, Azzedine Alaia, Helmut Lang und Manolo Blahnik als Gast-Designer mit.

1996 holte Yves Saint Laurents Business-Partner und langjähriger Lebensgefährte Pierre Bergé den 28-jährigen Hedi Slimane zu YSL, als Kreativ-Chef für die Herrenlinie wurde er noch von Yves Saint Laurent selbst bestätigt. In den folgenden Jahren revolutionierte er die Herrenmode. Seine schmalen, reduzierten Anzug-Silhouetten wurden bald legendär. Karl Lagerfeld ließ Anfang der 2000er Jahre kolportieren, dass er seine Radikaldiät mit insgesamt 40 Kilogramm Gewichtsverlust nur deshalb praktizierte, um die schmal geschnittenen Anzüge Slimanes in der kleinsten Größe tragen zu können, überwarf sich jedoch später mit dem jungen Kreativen.

1999 verließ Hedi Slimane YSL, arbeitete danach auf Einladung des Institutes für moderne Kunst eine Zeit lang in Berlin sowie bis 2007 als „Dior Homme“-Chefdesigner. Zur Trennung kam es wegen geschäftlicher und designerischer Differenzen. Gerüchte besagten allerdings, dass er 2007 auch die damals noch von John Galliano geführte Damenlinie des Hauses übernehmen sollte. Als Dior anderer Meinung war, kehrte Slimane der Welt der großen Modehäuser zunächst ganz den Rücken. Seine erste Damen-Kollektion hat er übrigens erst in diesem Jahr für „Saint Laurent Paris“ entworfen, in den vergangenen Jahren allerdings immer wieder auch berühmte Frauen wie Madonna oder Nicole Kidman eingekleidet.

Avantgarde-Kunst und Indie-Rock

Seit der Trennung von Dior lebt Hedi Slimane in Los Angeles und wird daran auch nach seinem „Saint Laurent Paris“-Engagement nichts ändern. In den vergangenen Jahren arbeitete er in Kalifornien mit verschiedenen Avantgarde-Künstlern zusammen. Eine seiner weiteren Leidenschaften gehört dem Indie-Rock, in dessen Szene er tief verwurzelt und als Designer für die Bühnenoutfits vieler Bands sowie mit seiner Foto-Kunst präsent ist. Seit 2006 betreibt er einen Foto-Blog, das „Hedi Slimane Diary“, in dem er seine Arbeit und sein Leben nahezu täglich dokumentiert.

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